Moral in einer fiktiven Welt
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Re: Moral in einer fiktiven Welt
from DeepSchizo on 04/11/2013 05:39 PM-Wikipedia
In deiner fiktiven Welt geht es um das Bezugssystem "Ein-Gott-Religion". Dieser Gott schreibt gewisse Gebote und Prinzipien vor. Da er angesehen ist, wird die Menschheit ihm folgen.
Der scheinbare Widerspruch der fehlenden Moral ergibt sich aus der Definition. Ich dachte auch erst, dass Moral mit Ethik zu tun hätte, welche einen universellen Anspruch hegt. Tatsächlich geht Moral aber von EINEM System aus, also mit einem bestimmten Weltbild (z.B. Religion, Kommunismus, Tradition, Humanismus...).
Wenn man nun aber auf die Ethik umschwenkt, sieht es anders aus. Menschen grundlos weh zu tun ist Unrecht. Die heikle Frage ist natürlich, wann ein Grund gerechtfertigt ist. Dass wäre z.B. beim Kampf um Leben und Tod der Fall. Wenn die Autorität Gott die Todesstrafe aussetzt, wäre man also aus dem Schneider^^ In allen anderen Fällen könnte man das gut mit dem "Milgram-Experiment" vergleichen (oder der NS-Zeit).
Fazit:
Jeder muss in erster Linie für sich selbst klären, wie er zu handeln hat. Das System wirkt aber aktiv und passiv auf diese Entscheidungsfindung ein (aktiv durch das Formen des eigenen Weltbildes, passiv durch Strafen/soziale Ausgrenzung...).
LoopyAndLun...
Deleted user
Re: Moral in einer fiktiven Welt
from LoopyAndLunatic on 04/06/2013 06:43 PMKann da Sama nur zustimmen, es hängt ganz von der Definition von Moral ab.
Wir, ich spreche jetzt mal von einem Großteil der westlichen Zivilisation, würden solche Handlungen natürlich als unmoralisch empfinden, weil es in unserer Kultur so ist, aber ds hat ja dann nichts mit der fiktiven Welt zu tun.
Es gibt ja auch schon hier verschiedene Moralvorstellungen, wenn du z.B. unser Moralempfinden mit dem von manchen (z.B.) afrikanischen Stämmen vergleichst, welche heute noch Beschneidungen bei Mädchen vornehmen, welches bei uns auch moralisch unvertretbar ist.
In dem Sinne, wäre es in dieser Gesellschaft auch wahrscheinlich moralisch richtig so zu handeln, bzw. wenn man es allgemein fassen kann, da die meisten Menschen schon in der Hinsicht indoktriniert wurden.
Re: Moral in einer fiktiven Welt
from Samaraner on 04/06/2013 02:25 PMDu machst einen grundlegenden Fehler indem du Moral als eine Konstante definierst. Sie ist aber nichts weiter als eine kulturelle Variable, festgelegt durch die vorherrschende Meinung innerhalb einer Kultur.
Wenn die Menschen diesen "Gott" in deiner fiktiven Welt als uneingeschränkt höchste Instanz akzeptieren, und die Geschichte lehrt uns dass die Mehrheit der Menschen das sofort tun würde, wären all seine Handlungen per Definition moralisch legitim. Und nach einer gewissen Zeit würden sich die Menschen als Kollektiv an diese Moral gewöhnen und sie sogar selbst verteidigen.
Aus hundert Kaninchen wird niemals ein Pferd und aus hundert Verdachtsgründen niemals ein Beweis.
Moral in einer fiktiven Welt
from Adrian on 04/06/2013 10:33 AMMal was moralisch/religiös/philosophisches:
Angenommen wir würden in einer Welt leben, in der "Gott" auf jeden Fall existiert und sich als König der Menschen etabliert hat und Urteile über Recht und Unrecht fällt, es aber erlaubt, dass man Kinder (sagen wir ein Alter von 4-9) für sexuelle Handlungen nutzt, wäre es dann moralisch verwerflich, wenn dies geschehen würde? Gehen wir ein wenig weiter, was wäre wenn Gott sogar sagen würde, dass es in Ordnung sei, wenn die Kinder es nicht wollen und man es trotzdem tut?
Eben dieser Gott hat in dieser Welt auch verordnet, dass die Frau unter dem Mann steht und das diese wie ein Tier gehalten werden darf und ebenfalls geschlagen werden kann, sofern dies der Wunsch des Mannes ist. Wäre dies moralisch verwerflich?
Ich denke, dass diese Beispiele reichen sollten und sie bereits bitter bei vielen aufstoßen werden.
Persönlich muss ich sagen, dass ich mich auf keine eindeutige Antwort festlegen kann, da Gott ja nach unseren Vorstellungen Allwissend und Allmächtig ist, allerdings die Moral uns gebieten würde, ihm zu widersprechen. Das Problem ist allerdings, dass Gott eigentlich Recht haben muss, weshalb es moralisch nicht falsch sein dürfte.
Was denkt ihr? Vergesst bitte nicht, dass dies nur Beispiele sind und ich mich über weitere Szenarien, vor allem aus Bekannten Werken, freuen würde.
Ich bin mit der Gesamtsituation auf diesem Planeten unzufrieden.


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